Verstand und Wahrnehmung

Leid ist ein Konstrukt Deines Verstandes, weil er alles, was Du erlebst sofort bewertet. Und zwar in gut oder nicht gut. Allein auf Grund dieser Kategorisierung erzeugt er in Dir Deine Gefühle, nämlich gute oder eben nicht gute.

Das liegt an den Programmen in Deinem Gehirn, die unbewusst und ganz automatisch abgerufen werden. Dein Verstand glaubt, Dein Leben sei in Gefahr, wenn Du "schlechte" Erfahrungen machst oder machen könntest. Er ist da ganz einfach gestrickt: Er vergleicht dann sofort ähnliche Erfahrungen, die Du bereits gemacht hast (oder auch nicht - Du hast vielleicht nur davon gehört, dass andere diese Erfahrung gemacht haben) und erkennt, dass Du, wenn Du nach Schama F handelst, überlebt hast! Dieses Programm hat funktioniert, Dein Leben wurde gerettet und sofort sorgt er dafür, dass Du auf ähnliche Weise handelst, wie beim letzten Mal. Er kommt dabei gar nicht auf Idee, dass eine andere Handlung (oder vielleicht auch einfach mal ein bisschen mehr Gelassenheit) zu noch viel besseren Ergebnissen führen könnte - ohne gleich zu sterben.

 

Diese Art der Programmierung stammt noch aus der Zeit der Säbelzahntiger, in der es nötig war, blitzschnell eine Entscheidung zu treffen, um zu überleben. Traf man einen Säbelzahntiger, war es unumgänglich eine der folgenden Massnahmen zu ergreifen: Kampf, Flucht, oder tot stellen... Unser modernes Gehirn hat leider nur noch nicht kapiert, dass der Säbelzahntiger jetzt nicht mehr existiert. Wenn dich also Dein Chef in sein Büro zitiert, kann es passieren, dass dein Verstand immer noch glaubt, es handele sich bei Deinem Chef um einen Säbelzahntiger, was mit den entsprechenden Gefühlen quittiert wird. Vielleicht kennst Du das ja...

 

Du kannst Dich neuer Erfahrungen, die Du machen wirst nicht entziehen. Aber Du kannst sie mit Hilfe Deines bewussten Verstandes anders bewerten. Du musst nicht gleich in den Flucht-Modus geraten, wegen Deines Chefs. Vielleicht gibt er Dir ja auch eine Gehaltserhöhung. Mache Dir also nicht schon im Vorfeld schlechte Gefühle, das wäre Energieverschwendung und würde Dir im schlimmsten Falle eine selbsterfüllende Prophezeiung bescheren. (Dazu mal später mehr...)

 

Es ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache, dass Du mit guten Gefühlen sogar bis zu 200 % leistungsfähiger bist! 

 

Es liegt also an Dir, wie Du die Dinge um Dich herum betrachtest und vielleicht erkennst Du ja jetzt bei so mancher Gelegenheit, dass Du nicht dem Säbelzahntiger gegenüberstehst, dass Dein Leben nicht in Gefahr ist!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Adrian (Dienstag, 20 Dezember 2016 18:05)

    Echt toller Blogbeitrag.

    Wie wichtig die emotionale Ausgangslage für Entscheidungen und Handlungen ist, wird leider viel zu oft unterschätzt.

Die Pfeiler des Lebens sind Hoffnung, Glaube, Frieden, Liebe und Vertrauen

„Glaubt nicht dem Hörensagen und heiligen Überlieferungen, nicht Vermutungen oder eingewurzelten Anschauungen, auch nicht den Worten eines verehrten Meisters; sondern was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und anderen zum Wohle dienend erkannt habt, das nehmt an.“


Siddharta Gautama